Spielfiguren

Kaum eine andere Methode im Business Coaching polarisiert so wie die Organisationsaufstellung. Während die einen von der Effektivität überzeugt sind, zweifeln Kritiker ihre Seriosität an. Denn noch gibt es keine umfassende wissenschaftliche Erklärung dafür, wie Organisationsaufstellungen wirken.

Wie sehen mich Mitarbeiter und Chef?

Doch mittlerweile liegen Untersuchungen vor, die den Nutzen dieser Methode auch für Führungskräfte bestätigen. Zum Beispiel in der empirischen Studie „Organisationsaufstellungen als Beratungsinstrument für Führungskräfte“ von Michèl Gleich. Alle befragten Manager äußerten, durch eine Aufstellung Wesentliches zur eigenen Standortbestimmung und zu ihrem Selbstbild erfahren zu haben. Sie beschrieben es als äußerst hilfreich, durch die Organisationsaufstellung Informationen erhalten zu haben, die ihnen normalerweise nicht zugängig seien, zum Beispiel wie Mitarbeiter oder Chefs sie sähen.

Wie wertvoll und unterstützend diese Ergebnisse für Führungskräfte sein können, wird deutlich, wenn man sich deren Arbeitsrealität vor Augen führt. Nicht selten bekommen Manager insbesondere auf höheren Hierarchieebenen weder von Vorgesetzen noch von Mitarbeitern Feedback zum eigenen Verhalten.

Kosten sparen bei strategischen Fragen

Auch bei strategischen Entscheidungen bieten Organisationsaufstellungen Führungskräften viele Vorteile. Statt eines umfangreichen Umstrukturierungsprozesses kann ein Unternehmen viel Geld sparen, indem es im Vorfeld mit einer Organisationsaufstellung testet, durch welche zielgerichteten Veränderungen in einzelnen Bereichen das ganze Unternehmen wieder ins Gleichgewicht kommt. Diese und ähnliche strategische Themen stehen im Mittelpunkt der „Management Constellations“, einem neueren methodischen Ansatz in diesem Beratungssegment.

Triebkräfte für Innovationen mobilisieren

Mit „Management Constellations“ ist es auch möglich, die entscheidenden Triebkräfte für Veränderungsprozesse zu mobilisieren. Nicht selten geraten Change-Prozesse in Unternehmen an einem bestimmten Zeitpunkt ins Stocken – Businesspläne helfen da nicht weiter. Möglicherweise wurden wichtige „weiche“ Erfolgsfaktoren wie zum Beispiel Wünsche, Sehnsüchte, Intuition und Erfahrungen bislang nicht im Change-Prozess berücksichtigt – auch weil diese oft nur als implizites Organisationswissen vorhanden sind. Mit „Management Constellations“ ist es möglich, diese Unternehmensaspekte zu erreichen und zu mobilisieren.

Ablauf einer Organisationsaufstellung

Bezogen auf ein konkretes Anliegen stellt der Kunde sich selbst und andere wichtige Systemelemente in Form menschlicher oder symbolischer Repräsentanten (Stühle, Kärtchen, Figuren, Klebe-Etiketten) auf. Sobald die Repräsentanten in der Aufstellung stehen, erleben sie spezifische Körperwahrnehmungen und können klar benennen, was verändert werden müsste oder an welchem Platz sie besser ständen. Die Körperwahrnehmungen werden vom Aufstellungsleiter systematisch abgefragt. So wird es möglich, ein tiefes Verständnis von einer Sachlage oder einem System zu bekommen und Lösungsansätze auszuprobieren.