Im Coaching geht es oft darum, die eigenen Kommunikationsfähigkeiten zu reflektieren und zu verbessern. Dabei lohnt sich, die Wahrnehmung für die eigene Körpersprache – oder die des Gegenübers – zu schärfen. Wir alle kommunizieren ständig und zumeist unbewusst über unsere Körpersprache. Die Beine und Füße gelten dabei als „ehrlichste“ Körperregion, da sie am wenigsten kontrollierbar ist. Vor einigen Wochen habe ich bereits dazu geschrieben, welche Informationen Sie aus der Art, wie Ihr Gegenüber steht, schließen können. Siehe Artikel „Was Ihre Fußstellung verrät“.

Körpersprache im Meeting: Wie sitzen Sie Ihrem Kollegen gegenüber?

Heute soll es darum gehen, welche Sprache die Beine und Füße im Sitzen sprechen. Es kann viel über das Verhältnis zwischen zwei Gesprächspartnern an der Art deutlich werden, wie sich die beiden gegenüber sitzen. Werfen Sie doch mal einen Blick unter den Tisch. Sitzen Sie beispielsweise im Meeting Ihrem Kollegen zugewandt gegenüber und zeigen auch die Füße zueinander, kann man von einer interessierten und ausgeglichenen Beziehung ausgehen.

Anders ist dies, wenn einer der Gesprächspartner zwar oberhalb der Tischkante freundlich und zugewandt ist, sich aber unterhalb des Tischs verdreht und die Füße nach außen stellt. Dies kann eine Schutzhaltung oder innere Distanzierung zu der anderen Person oder dem gerade besprochenen Thema ausdrücken.

Füße können innere Abwehr ausdrücken

Ein unbewusstes Signal setzen wir mit unseren Füssen häufig auch, sobald wir uns im Gespräch mit anderen kritisiert fühlen oder ein Argument innerlich ablehnen. In einer Sitzposition mit übereinander geschlagenen Beinen spannen wir dann zum Beispiel für einen Moment den Fuß des hängenden Beins unbewusst an und ziehen diesen hoch. Wir setzen also mit dem Fuß ein kleines abwehrendes Signal. Als aufmerksamer Gesprächspartner nehmen Sie dies wahr und können entsprechend darauf reagieren.

Besonderen Nachdruck verleihen wir im Gespräch einer Aussage unbewusst dadurch, dass wir einen Fuss für den Bruchteil einer Sekunde deutlich fest auf den Boden drücken – wie ein kleines Aufstampfen. Das passiert zum Beispiel dann, wenn wir ärgerlich oder ungeduldig sind. Bei Ungeduld lässt sich auch manchmal ein mehrmaliges Klopfen mit der Fussspitze auf den Boden nur schwer unterdrücken.

Wann ist Ihr Gegenüber auf dem Sprung?

Interessant ist auch das Timing: Wenn Ihr Gegenüber seine Beine und Füße nach einer ganzen Weile zugewandtem Sitzen auf einmal deutlich wegdreht, kann dies ein Hinweis dafür sein, dass er oder sie gehen möchte und schon kurz vor dem „Sprung“ ist. Vielleicht ist es dann an der Zeit das Gespräch zu beenden?

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