Im Führungskräfte-Coaching geht es auch oft um Ihre Wirkung als Führungspersönlichkeit. Angenommen Ihre Mitarbeiter säßen zusammen und wären aufgefordert, Sie als Führungskraft einmal unabhängig von Ihren fachlichen Fähigkeiten zu beschreiben. Welche persönlichen Eigenschaften, Interessen und äußerlichen Merkmale würde man Ihnen zuschreiben?

Bewusste Signale und blinde Flecken

Könnten Sie dabei Mäuschen spielen, wären Sie sicherlich erstaunt darüber, wie viele Aspekte Ihre Mitarbeiter von Ihnen wahrnehmen – was zuweilen nicht immer angenehm ist. Unterscheiden muss man dabei nach bewussten und unbewussten Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmalen. So haben wir alle sogenannte „blinde Flecken“. Das heißt, dass wir unbewusst Signale aussenden, die von unserem Gegenüber aber sehr wohl erkannt werden. An diesen unbewussten Signalen lässt sich nur schwer selbstständig arbeiten. Möglich ist dies beispielsweise im Führungskräfte-Coaching durch das Erlernen eines bewussteren Umgangs mit der eigenen Körpersprache.

Was zeigt ihr Arbeitsplatz oder Büro von Ihnen?

Leichter ist dies mit Signalen möglich, die wir bewusst öffentlich setzen, auf die wir Gestaltungseinfluss haben. Und dabei meine ich nicht nur die Arbeitsbekleidung entsprechend dem „Dress Code“, der in vielen Branchen ein wichtiges Erkennungssignal darstellt. Interessant ist schon die Frage, was Ihren Mitarbeitern auffällt, wenn sie in Ihr Büro oder an Ihren Arbeitsplatz treten. Was zeigen Sie da von sich als Persönlichkeit? Ist Ihr Arbeitstisch immer aufgeräumt oder türmen sich Stapel von Papier darauf? Beide Situationen können gewollt und förderlich sein, das ist immer abhängig vom jeweiligen Kontext. Entscheidend ist, dass Ihnen die Wirkung bewusst ist. Oder die Büroausstattung: Welche Accessoires stehen auf dem Tisch? Welche Farben sind wahrnehmbar – falls Sie das im Kontext des Unternehmens beeinflussen dürfen – eher ein kühles Blau oder warme Farbtöne?

Persönliches Hobby als Anknüpfungspunkt

Ich möchte Sie ermutigen, etwas von sich zu zeigen. Gibt es ein persönliches Hobby, das Sie öffentlich machen möchten? Fahren Sie in der Freizeit vielleicht Radrennen oder reisen Sie gerne in ein bestimmtes Land? Dann hängen Sie doch ein entsprechendes Bild auf, das Ihnen gefällt, das aber auch Ihre Mitarbeiter künftig mit Ihnen verknüpfen dürfen. Oder aber: Wie empfangen Sie Ihre Mitarbeiter zum Beispiel bei einem Arbeitsgespräch? Stehen vielleicht immer frische Blumen am Platz oder wartet da ein großes Glasgefäß mit leckeren Fruchtgummis? Oder wird der Tee immer in diesem besonderen Service serviert?

Gestalten Sie Ihre öffentlichen Signale so, dass Sie sich damit wohlfühlen und identifizieren können. Vielleicht stellen Sie sich im Rahmen eines Führungskräfte-Coachings einmal die Frage: Was sollen meine Mitarbeiter von mir wahrnehmen? Welches Bild möchte ich vermitteln? Denn eines steht fest: Signale setzen Sie so oder so – bewusst oder unbewusst.

 

 

 

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