Darf ich mich mit 40 oder 50 beruflich noch einmal grundlegend verändern? Diese Frage beschäftigt viele Menschen in der Mitte des Lebens. Sich beruflich „neu zu erfinden“ ist heutzutage normal – lebenslange Beschäftigung bei einem Arbeitgeber eher die Seltenheit. Dabei ist es gar nicht so einfach, eine eigene Zukunftsvision zu (er)finden und diese dann auch noch konkret umzusetzen. Im Coaching Berufliche Neuorientierung können Sie sich gut auf die Veränderung vorbereiten und dann: Loslegen.

Was steckt hinter Ihrem Veränderungswunsch? 

Wenn Sie sich dauerhaft unzufrieden fühlen in Ihrem Job, lohnt es sich, einmal genauer hinzusehen: Was genau macht Sie unzufrieden? Fühlen Sie sich permanent überfordert oder eher unterfordert? Vielleicht wird Ihnen bewusst, dass Sie in einem Berufsfeld arbeiten, das Sie eigentlich nicht interessiert – das nicht Ihnen sondern eher den Erwartungen Ihrer Herkunftsfamilie entspricht. Für manch einen ist eine Kündigung Anlass, etwas ganz anderes zu machen. Oder es haben sich die Lebensbereiche neben der Arbeit verändert, zum Beispiel durch Familiengründung.

Vorsicht Falle: Wenn die eigene Messlatte zu hoch liegt

Eine typische Gefahr bei der Suche nach dem neuen Beruf: Sie legen sich die Messlatte für das neue, berufliche Glück sehr hoch. Wer schon lange unzufrieden ist neigt dazu, nach dem Optimum zu suchen. Beim nächsten Job soll alles perfekt werden. Das erhöht den Druck. Denn bei einer beruflichen Neuorientierung sind Sie gefordert, eine Entscheidung für sich zu treffen. Und diese Entscheidung müssen Sie unter Unsicherheit treffen, erst im Nachhinein wird sich herausstellen, ob es die beste Entscheidung war.

Typische Ängste, die in dieser Phase auftreten sind Fragen wie: Treffe ich jetzt die richtige berufliche Entscheidung? Was passiert, wenn ich (wieder) unzufrieden bin oder versage? Wie beurteilen mich die anderen – meine Familie, Freunde und Bekannten, wenn ich mich beruflich verändere? Diese Fragen und die zugrunde liegenden Ängste können den Prozess der Neuorientierung lähmen.

Die Kraft der eigenen Wünsche

Doch die Unzufriedenheit bleibt. Coaching kann dabei helfen, aus diesem Teufelskreis auszusteigen und tatsächlich aktiv zu werden: Gemeinsam mit dem Coach als Sparringspartner können Sie sich Ihre Ziele und Wertvorstellungen bewusst machen und Kriterien erarbeiten, die Ihnen für Ihren neuen Beruf wichtig sind. Außerdem bekommen Sie ein klares Bild von Ihren persönlichen Ressourcen und Potenzialen für künftige Tätigkeiten.

Im Coaching kann Ihnen die Kraft bewusst werden, die in Ihnen entsteht, sobald Sie eine klare Vorstellung von Ihren eigenen beruflichen Wünschen haben. Eine klare Zielstellung ist die wichtigste Voraussetzung, um sich kraftvoll und begeistert auf den Neuanfang einlassen zu können.

Das hat übrigens auch der Neurobiologie Gerald Hüther nachgewiesen: Auch in fortgeschrittenen Jahren ist unser Gehirn in der Lage, Neues zu erlernen, wenn wir uns für eine Sache wirklich begeistern. Große Begeisterung wirkt wie Dünger auf unser Gehirn und lässt uns das erlernen, was wir für die Verwirklichung unseres neuen Berufswunsches brauchen.

Wenn Sie in das Thema weiter einsteigen wollen, empfehle ich Ihnen den Vortrag „Gelassenheit hilft. Anregungen für Gehirnbenutzer“ von Gerald Hüther:

So arbeite ich im Coaching Berufliche Neuorientierung

Ich möchte Ihnen hier einige ausgewählte Methoden vorstellen, die sich für Themen rund um die berufliche Neuorientierung besonders eignen:

1. Bei der Visualisierungsmethode „Berufswege“  arbeiten wir am Flipchart und visualisieren Ihren bisherigen beruflichen Werdegang als Weg. Vielleicht gab es Zeiten, da waren Sie beruflich eher auf einem „Trampelpfad“ unterwegs, später eher auf der „Überholspur einer Autobahn“. Gab es auch mal eine  „Sackgasse“, in der Sie steckten – und wie kamen Sie aus dieser wieder heraus?

Diese bildhafte Darstellung ist nützlich, um das bisher Erlebte und Erlernte sowie die zugrunde liegenden Entscheidungen für Veränderungen zu reflektieren. Und dabei auch eigene Ressourcen für Veränderungsprozesse (wieder-) zu entdecken.

2. Hilfreich bei der Zieldefinition sind die in die Zukunft projezierenden Fragen („Als-ob-Fragen“). Diese Methode können Sie übrigens auch im Selbstcoaching anwenden. Beantworten Sie die folgenden – oder ähnliche Fragen – so konkret wie möglich:

  • Was ist in Ihrem Leben nach der beruflichen Veränderung anders?
  • Woran merken Sie nach 3 (6, 12 und 24) Monaten, dass Ihnen die berufliche Veränderung gut tut?
  • Was sind erste Hinweise auf eine erfolgreiche Entwicklung?

Diese Fragetechnik ist sehr hilfreich, um lösungsorientiert auf die Zukunft zu blicken und die Ziele der beruflichen Veränderungen konkret zu beschrieben.

3. Auf die Zukunft ausgerichtet ist auch die Methode der beruflichen Visionsreise, die ich Ihnen bereits zum Jahresanfang vorgestellt habe. Sie können sich so Ihrer unbewussten Wünsche für Ihre berufliche Zukunft bewusst werden:

https://www.dehlercoaching.de/2014/01/berufscoaching-visionsreise/

4. Mit der die Methode „Timeline“ ist es möglich, die konkreten Schritte hin zum neuen beruflichen Ziel zu erarbeiten: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft werden auf dem Fußboden im Coaching-Raum als Zeitstrahl mit Jahreszahlen markiert. Auf dieser Zeitachse legen Sie dann die wesentlichen Schritte auf dem Weg zu Ihrem Ziel an – auch die bereits in der Vergangenheit erreichten. Mit dieser räumlichen Anordnung lassen sich die einzelnen Schritte gut planen – auch hinsichtlich der Frage, wie realistisch Ihre Zeitplanung ist.

Was denken Sie zum Thema berufliche Neuorientierung? Was hat Sie (vielleicht auch im Rahmen eines Coachings) weiter gebracht? Haben Sie Fragen oder Anregungen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!