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Besser Führen: Kritikgespräch

Gespräche zu führen, gehört als Führungskraft zu Ihren Kernaufgaben. Unangenehm wird diese Aufgabe zumeist dann, wenn Sie mit einem Mitarbeiter ein Kritikgespräch führen müssen. Vielleicht neigen Sie aus Scheu vor der Konfrontation oder aus Zeitmangel dazu, erst einmal abzuwarten. Insbesondere wenn Sie in dieser Rolle noch unerfahren sind. (Siehe auch: Führungskraft werden – Überlebenstipps für die ersten 100 Tage im neuen Job).

Emails als Konfliktverstärker

Statt das direkte Gespräch zu suchen, erscheint es einfacher, schwierige Themen per Email zu adressieren. Doch in Konfliktsituationen trägt die Email-Kommunikation zur Verhärtung eines Konflikts beiDas geschriebene Wort birgt die Gefahr, missverstanden zu werden. Sie haben keine Möglichkeit, auf Nachfragen oder körpersprachliche Signale des Mitarbeiters zu reagieren (siehe auch: Körpersprache: Was Ihre Fußstellung verrät). Und vor allem: Sie nehmen sich die Chance, gemeinsam eine funktionierende Lösung zu erarbeiten. Sie zeigen Führungsstärke, wenn Sie den Konflikt persönlich und möglichst zeitnah zur Sprache bringen.

Vorbereitung ist entscheidend

Ein gelungenes Kritikgespräch beginnt mit Ihrer Vorbereitung: Für das Gespräch ist ein ungestörter Ort wichtig – ebenso wie ausreichend Zeit. Sie sollten für sich in Ruhe sortiert haben, womit Sie konkret unzufrieden sind. Auch wenn Sie eine Fülle von Themen stören, empfiehlt es sich, sich erst einmal auf einen wichtigen Punkt zu konzentrieren. Wichtig ist, dass Ihnen klar ist:  Welches konkrete Verhalten erwarte ich von dem Mitarbeiter in Zukunft? 

Schwierig wird es, wenn Sie sich nur auf Aussagen Dritter berufen können. Machen Sie sich selbst ein Bild von dem Problemthema. Hilfreich wäre auch zu überlegen, wie Sie Ihre Mitarbeiter bei größeren Veränderungsprozessen begleiten können.

Das gefährliche Wörtchen „ist“

Es bietet sich an, das Gespräch mit einem kurzen Small-Talk einzuleiten und so die Situation zu entspannen. Dann machen Sie deutlich, um welches Thema es Ihnen geht. Bei Ihrer Rückmeldung sollten Sie konkrete Beispiele (Wann, Was, Wer, Wo etc.) anführen, die Sie selbst beobachtet haben.

Beziehen Sie sich dabei nur auf das in dieser Situation gezeigte Verhalten des Mitarbeiters. Gefährlich ist eine generelle Bewertung. Auch wenn Sie dies nicht beabsichtigen: Bewertungen werden schnell herausgehört, wenn Sie das Wort „sein/ist/sind“ – in Verbindung mit einem Adjektiv verwenden. Diese Kombination führt häufig dazu, dass sich das Gegenüber als ganze Person bewertet oder „abgestempelt“ fühlt. Statt zu sagen „Sie sind verantwortungslos oder „Sie sind rücksichtslos“, wäre es günstiger, das gezeigte Verhalten zu benennen: Sie haben in der vergangenen Woche zu diesem Thema Frau X oder Herrn Y nicht hinzugezogen.“

Machen Sie sich gemeinsam ein Bild vom Zielzustand

Nachdem Ihr Mitarbeiter Gelegenheit hatte auf Ihre Kritik zu reagieren, sollten Sie gemeinsam eine Lösung erarbeiten, mit der es in Zukunft besser laufen kann. Machen Sie sich gemeinsam ein möglichst klares Bild davon, wie der „Zielzustand“ aussehen soll. Nach Möglichkeit sollten Sie mit Ihrem Mitarbeiter sein Verhalten in der Zukunft so konkret, eindeutig und detailliert wie möglich besprechen. Und gleichzeitig können Sie so gemeinsam klären, was noch unstimmig ist, fehlt oder wo es Ihrer Unterstützung bedarf.

Ein konkretes Beispiel dafür: Angenommen Sie kritisieren das Thema Pünktlichkeit eines Mitarbeiters, der in der Kundenbetreuung tätig ist. Eine recht vage Vereinbarung wäre, mit dem Mitarbeiter zu vereinbaren, dass er „künftig pünktlich kommen soll“.  Deutlich konkreter wäre es, mit ihm zu vereinbaren, dass „er künftig so frühzeitig kommt, dass er vor Dienstantritt um 9:00 Uhr bereits entspannt seine Jacke verstauen und in Ruhe ankommen konnte, den Computer und andere technische Geräte gestartet hat und bei einem möglichen Anruf um 9:00 Uhr bereits gut vorbereitet den Anruf des Kunden entgegennehmen kann.

Konflikte gehören zur Arbeitswelt. Wer es alltäglich werden lässt, Konflikte zeitnah und lösungsorientiert zu besprechen, nimmt dem Ganzen nicht nur die Dramatik. Sie nutzen auch das Veränderungspotenzial, das in diesen Konflikten steckt. Eine wertvolle Chance, für Sie und Ihr Team.

Wohlfühlfaktor: Coaching-Raum wirkt im Coaching mit

Wie wichtig sind Raum und Ort, in dem ein Coaching stattfindet, für das Gelingen eines Coachings? Angenommen Sie haben sich unter „Job Coaching Berlin“ im Internet nach einem Job Coach umgesehen und einen Termin für ein Vorgespräch vereinbart. Bei Ihrer Entscheidung für diesen Coach sind in erster Linie sicherlich Persönlichkeit und Kompetenzspektrum des Coachs ausschlaggebend. Es lohnt sich aber auch darauf zu achten, wie Sie sich in dem Beratungsraum des Coachs fühlen.

Denn die Raumsituation kann einen deutlich positiven Effekt auf den gesamten Beratungsverlauf haben, zu Ihrer Konzentration beitragen und inspirierend wirken. Die Vorstellungen, welche Umgebung angenehm ist, sind natürlich sehr unterschiedlich. Um ein störungsfreies und inspirierendes Arbeiten im Coaching zu ermöglichen, sollten Sie darauf achten, wie der Raum hinsichtlich Farben, Licht, Akustik, Struktur und Weite auf Sie wirkt – und Ihnen optimaler Weise gut tut.

Neuer Trend: Coaching per Skype

Doch nicht immer sind es die eigenen Praxisräume, in denen der Coach tätig ist. Da viele nebenberuflich als Coach arbeiten, ist die Anmietung eigener Räume häufig nicht rentabel. Bei stundenweise angemieteten Räumen fehlt jedoch oft die persönliche Note des Coachs.

Für manchen Kollegen wird durch die Möglichkeiten von Skype, Email oder Telefon die Raumfrage sogar überflüssig. Denn inzwischen gibt es einige Coaches, die ausschließlich über diese Medien mit ihren Kunden in Kontakt treten. Ein Trend, der übrigens auch in das verwandte Fachgebiet der Psychotherapie Einzug gehalten hat. So las ich kürzlich, dass zum Beispiel bei Depressionen der Einsatz von internetbasierter Verhaltenstherapie erprobt wird. Mit erstaunlich guten Ergebnissen. http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/depressionen/default.aspx?sid=843664&cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-O-_-20130827-_-Depressionen

 

Persönlicher Kontakt für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit

Meiner Erfahrung nach ist der rein virtuelle Kontakt nur bei einem sehr begrenzten Spektrum von Coaching-Fragen ratsam. In der Regel ist für den Aufbau einer vertrauensvollen und tragfähigen Zusammenarbeit der persönliche Kontakt eine wichtige Voraussetzung. Auch wenn ich gerne blogge und das Internet nutze, um mit Kollegen und Klienten im Kontakt zu bleiben, im Coaching setze ich ganz klassisch auf die direkte Arbeit mit meinen Klienten.

Natürlich nutze ich für manche Kundentermine, zum Beispiel außerhalb von Berlin, auch geeignete Besprechungsräume in Hotels oder Konferenzzentren. Und es gibt Situationen, in denen Klienten auf dem kurzen Weg via Telefon akute Fragen mit mir erörtern. Die überwiegende Teil meiner Coaching-Tätigkeit findet aber in meiner Praxis in der Reinhardtstraße statt.

Nicht zuletzt macht es sich bemerkbar, wenn ich mich als Coach in den Räumen, in denen ich arbeite, uneingeschränkt wohlfühle. Auch das hat natürlich Einfluss auf die Qualität meiner Arbeit. Ich mag die hohen, weitläufigen, lichten Räume mit den Flügeltüren und dem schönen Dielen-Fussboden. Es gibt hier die Möglichkeit, auf drei unterschiedliche Räume zurückzugreifen – je nach Thema, Teilnehmerzahl und danach, wie viel Platz ich für eine Methode benötige:

 

 

 

Geschützte Atmosphäre und Tapetenwechsel

Ein entscheidender Aspekt von Coaching ist auch, dass die Beratung an einem geschützten Ort mit hoher Diskretion stattfindet. Es sollte möglichst keine Überschneidungen mit dem sonstigen Arbeitsalltag geben. Dann kann eine neue Perspektive auf die Situation entstehen. Viele Klienten schätzen den „Tapetenwechsel“, wenn sie zu mir in die Reinhardtstraße kommen. Ob nun aus Berlin, oder gar von weiter weg…https://www.dehlercoaching.de/2013/10/coaching-reise-berlin/

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Gestaltung Ihrer Arbeitsräume? Welche Rolle spielen die Räume für Sie im Coaching? Was ist für Sie besonders wichtig? Ich bin neugierig, wie es Ihnen mit diesem Thema ergeht.

Sprung in die Führungsebene – Gut vorbereitet in die neue Position starten

Und was nun? Eine attraktive Führungsposition ist in greifbare Nähe gerückt – Sie müssen eine wichtige Entscheidung für Ihre beruflichen Zukunft treffen. Ein guter Moment, um sich im Führungskräfte-Coaching konkret mit Fragen auseinander zu setzen, die Sie jetzt für sich klären müssen.

In den letzten Jahren habe ich viele angehende Führungskräfte in dieser Phase begleitet. Vor einigen Tagen verabschiedete ich nach einem intensiven Coaching-Prozess meine Kundin Johanna Possinger, die gerade ihre neue Stelle und Führungsposition antritt. An ihrem Beispiel möchte ich Ihnen deutlich machen, wie ein Coaching-Prozess für angehende Führungskräfte gestaltet werden kann:

1. WAS BIETET MIR DER JOB?

Zunächst gingen wir im Coaching der Frage nach, welche Entwicklungschancen aber auch welche Herausforderungen sich für Frau Possinger durch die neue Führungsposition ergeben. Hilfreich war dabei, den Bogen zu ihren beruflichen Zielen und persönlichen Werten zu schlagen, die sie bereits in einer früheren Coaching-Sitzung für sich herausgearbeitet hatte. Eine gute Vorbereitung, um zu klären, ob die angebotene Position der nächste, sinnvolle Karriereschritt für die Doktorandin der Sozialwissenschaften und wissenschaftliche Referentin ist.

2. WIE VERHANDLE ICH, WAS MIR WICHTIG IST?

In den nächsten Coachings ging es darum, ihre Bewerbungsphase zu begleiten und mögliche Knackpunkte in den Gesprächen vorab zu bearbeiten. Die Eindrücke und Ergebnisse aus der ersten Vorstellungsrunde wurden ausgewertet und wichtige Aspekte für die zweite Gesprächsrunde vorbereitet. In den Coachings konnte Frau Possinger die Gesamtsituation aus der Metaperspektive betrachten und alle entscheidungsrelevanten Kriterien einbeziehen. Letztendlich traf sie eine klare Entscheidung für die neue Führungsaufgabe.

3. WIE STARTE ICH GUT IN DIE NEUE POSITION?

Nachdem die Vertragsverhandlungen positiv abgeschlossen waren, hat sich Frau Possinger im dritten Teil des Führungskräftecoachings intensiv auf ihre neue Position vorbereitet – insbesondere darauf, was sie in den ersten 100 Tagen als Führungskraft erwartet. Zum Beispiel welche Ziele, Aufgaben und Erwartungen mit ihrer neuen Position verbunden sind. Oder wie sie ihren Antrittstag plant und wie sie das Verhältnis zu ihren Mitarbeitern von Anfang an positiv gestalten wird.

Für mich als Coach war es sehr schön, Frau Possingers persönlichen Entwicklungsprozess mitzuerleben. Ich wünsche ihr viel Erfolg für die nächsten Monate!