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Interview in „Karriere und Zukunft“: Die neue Kluft der Teamkultur

Wie verändert Social Media die Teamarbeit? Welche Spannungen können insbesondere in altersgemischten Teams entstehen? Und wie kann Teamcoaching Führungskräfte und Mitarbeiter in dieser neuen Situation unterstützen? Das sind Themen mit denen ich mich als Coach schon seit geraumer Zeit auseinandersetze. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde ich zu diesem Thema von Svenja Hofert, Autorin des erfolgreichen Online-Magazin „Karriere und Zukunft“ interviewt. In dem Gespräch mit der Expertin für neue Karrieren wurde deutlich, dass wir ähnliche Erfahrungen damit gesammelt haben, dass sich Social Media als gefährlicher Stolperstein für die Teamarbeit entpuppen kann – wenn das Thema nicht offen angegangen wird. Lesen Sie das komplette Interview im Online-Magazin „Karriere und Zukunft“.

Junior sticht Senior: Wenn Social Media zur Zerreißprobe für PR-Teams wird

An Social Media geht kein Weg vorbei. Das gilt besonders für die Kommunikationsbranche. Von PR‐ und Marketing‐Fachleuten wird erwartet, dass sie den Umgang mit Social Media beherrschen und Kunden in diesem Bereich kompetent beraten. Doch im Beratungsalltag kann Social Media Zündstoff in die Zusammenarbeit von Beratungsteams bringen: Nicht selten treffen hier Teammitglieder mit erstaunlich unterschiedlicher Social‐Media‐Affinität aufeinander. Auch wenn die älteren Kollegen – die sogenannten Digital Immigrants – sich immer häufiger in den sozialen Netzwerken bewegen, sind die jungen Nachwuchskräfte hier meist im Vorteil: Die ab 1980 geborenen Digital Natives sind mit dem Internet aufgewachsen und haben die neuen Kulturtechniken des Netzes von Beginn an gelebt. Social Media ist für sie Alltag.

Senioritätsprinzip gerät ins Wanken

Es ist eine neue Herausforderung für die Kommunikationsbranche. „Erstmals weiß eine jüngere Generation in einem Kommunikationszweig mit hoher Wertschöpfung mehr als erfahrene Seniorberater und Agenturchefs“, sagt Dietrich Boelter, Geschäftsführer der Berliner Agentur Best Friend. Für gestandene Berater, die bislang mit Seniorität und Kompetenz punkten konnten, ist das nicht leicht auszuhalten: „Da muss ein erfahrener PR-Profi erleben, dass er einem 21-Jährigen in diesem Bereich nicht ebenbürtig ist. Das führt zu Abwehrreflexen.“

Offenheit ist gefragt, meint Michael Grupe, Vorstandsmitglied von Fink & Fuchs Public Relations in Wiesbaden: „Die Teammitglieder haben die Chance, viel voneinander zu lernen. Zum Beispiel beim Thema Krisenprävention: Da bringen die Älteren unersetzliche Erfahrungen mit, wie im Krisenfall vorzugehen ist. Aber die Klaviatur der sozialen Medien beherrschen die jungen Leute besser. Mit ihren Kenntnissen identifizieren sie Krisenpotenziale und Meinungsmacher schneller und treten leichter mit ihnen in Kontakt. Letztlich geht es darum, das Instrument gemeinsam zum Klingen zu bringen.“

Chefs und Seniorberater müssen regelmäßig über Social Media sprechen, obwohl sie eigentlich nicht mehr mitreden können. Erschwerend kommt hinzu:  „Die Kunden möchten nicht unbedingt von Youngsters auf einem Terrain beraten werden, das ihnen noch fremd ist“, sagt Boelter.  Man erwarte einen Seniorberater als Gegenüber. So entstehe oft „eine Melange aus Halbwissen und schlechter Beratung“, glaubt der Agenturchef und empfiehlt: „Agenturen müssen gemischte Teams aufstellen, aus Erfahrung und neuem Wissen, an dieser Herausforderung scheitern viele HR-Verantwortliche in den Agenturen.“

Nachwuchskräfte verlieren den Respekt  – Systemerhaltende Prinzipien werden verletzt

Ignorieren Agenturen die unterschiedliche Medienerfahrung von Juniors und Seniors, kann sich Social Media zur Zerreißprobe für das Team entwickeln. Denn hier werden zwei wesentliche systemische Prinzipien ausgehebelt, die sich normalerweise stabilisierend auf jede Organisation auswirken. Zum einen verliert „der Vorrang des Früheren und des Erfahrenen vor dem Späteren“ an Bedeutung. Die Jungen stellen die Leistungen der Seniorberater in Frage. Zum anderen wird das Prinzip „Vorrang von höheren Leistungen und Fähigkeiten“ missachtet, wenn die Führungsebene die jungen Kompetenzträger in Social-Media-Beratungsfelder nicht einbezieht.

Coaching zur Stärkung der Teamkultur

Die möglichen Folgen: Hierarchien verstärken sich, die Agenturen verlieren gefragte Nachwuchskräfte und gefährden letztlich ihre Existenz. Mit einem auf das Thema Social Media fokussiertem Coaching können Führungsteams ihre Teamkultur verändern und an die neue Situation anpassen. Die besten Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn das Coaching auf der Leitungsebene ansetzt. Geklärt werden müssen Fragen wie: Was bedeuten der Medienwandel und die Öffnung der Kommunikation für unser Führungsverhalten? Welche Werte verändern sich für uns, welche kommen hinzu? Wie erreichen wir Durchlässigkeit, um die Kompetenzen unserer Nachwuchskräfte im Führungsteam und für die Agentur zu nutzen?

Gestärkt durch die neue Ausrichtung geht das Führungsteam im nächsten Schritt in ein Coaching mit allen Beratungsebenen. In Kleingruppen werden die Sternstunden, aber auch die Krisensituationen aufgearbeitet. Gemeinsam entwickeln die Teams Regeln für die Zusammenarbeit und legen Arbeitsabläufe und Entscheidungswege für Social-Media-Aufgaben fest.

Unternehmens-Checkup: Kostenfreie Kurzanalyse

Wissen Sie eigentlich wie es systemisch um Ihr Unternehmen oder Team bestellt ist? Und welche Themen kurz- oder mittelfristig zum Problem werden können? Wenn Sie mehr dazu erfahren wollen, können Sie ab sofort den kostenfreien Unternehmens-Check von dehlercoaching nutzen.

In Form eines Online-Fragebogens bewerten Sie dort ein Reihe von Aussagen, die beispielsweise die Kommunikationskultur oder das Führungsverhalten in Ihrem Unternehmen oder in Ihrem Team betreffen. Auf Basis der Auswertung (die Informationen werden streng vertraulich behandelt) erstelle ich Ihnen dann kostenfrei als Service eine kurze systemische Analyse Und je nachdem was sich zeigt, kann darauf aufbauend über geeignete Coaching-Maßnahmen nachgedacht werden.

Heute schon Ressourcen gegrüßt?

Eiskalt ist es derzeit in Berlin. Wenn dann noch die Stimmung im Teammeeting unterkühlt ist, wird es ungemütlich. Eine wunderbare „Eisbrecher-Methode“ konnte ich vor einigen Tagen mit dem „Stillen Ressourcengrüßen“ einsetzen. Ich führte ein Teamcoaching mit einem Medienunternehmen durch, das gerade eine schwierige Umstrukturierungsphase erlebt. Die Mitarbeiter wirkten am Morgen des Coachings angespannt und zurückhaltend.

Doch die Stimmung wurde bald schlagartig besser: Ich hatte zu Beginn alle Teammitglieder gebeten, durch den Raum zu wandern und spontan zu einem/r Kollegen/in zu gehen. Dann sollte er oder sie die Person mit Namen begrüßen und danach stillschweigend in die Augen blicken. Und jetzt kam der entscheidende Punkt: Während des Blickkontakts sollten sie sich die Ressourcen, Leistungen, Fähigkeiten oder Verdienste dieses/r Kollegen/in durch den Kopf gehen lassen. Ganz in Ruhe und ohne Worte. Und dann sollten sie zum nächsten Kollegen/in wandern, bis alle Teammitglieder sich in dieser Form gegrüßt hatten.

Es war sehr beeindruckend zu erleben, wie positiv sich diese Übung auswirkte. Es entstand eine konzentrierte, manchmal fröhliche, manchmal besinnliche Stimmung. Es war spürbar, wie gut es den Beteiligten tat, für einige Zeit in dieser wertschätzenden Form wahrgenommen zu werden. Und nach einigen Minuten stand den Teilnehmern ein Lächeln ins Gesicht geschrieben.

Fazit: Die Methode kann ich allen Führungskräften wärmsten empfehlen. Sie ist ohne jegliche Vorbereitung und auch ohne Coach oder Trainer durchführbar. Ich habe sie dem sehr empfehlenswerten Buch „Solution Tools“ von Peter Röhrig entnommen. Vielleicht wäre das ja etwas für Ihr nächstes Teammeeting am Montagmorgen? Wach und aufmerksam sind Ihre Kollegen dann bestimmt!